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Die Caritas - ein Stück Weltkirche in Nürnberg

Für viele Bewohnern und Besucher der Caritas-Senioren- und Pflegeheime in Nürnberg und Fürth ist es ganz normal, dass dort mehr als 60 indische Ordensschwestern seit Jahrzehnten wirken und sich größter Beliebtheit erfreuen. Der Caritasverband Nürnberg freut sich, dass indischen Schwestern durch ihre christliche Spiritualität und hohe Fachkompetenz seit Jahrzehnten seine Seniorenheime prägen und ist dankbar für dieses Geschenk der weltweiten Kirche. Mit ihren in Deutschland verdienten Gehältern ermöglichen die Schwestern das vielfältige soziale Engagement ihrer Orden in der indischen Heimat. Grund genug, einen genaueren Blick auf die beiden Kongregationen und die Kirche Indiens zu werfen.

Unsere Schwestern gehören drei verschiedenen Kongregationen an:

Schwestern der Muttergottes vom Berg Karmel (CMC)

Mehr als 40 Schwestern dieser Kongregation arbeiten seit den späten 1970er Jahren in den Senioren- und Pflegeheimen Stift St. Benedikt, Jacobus-von Hauck-Stift und St. Josef und bilden dort jeweils eigene klösterliche Gemeinschaften (St. Josef-Konvent, Benedicta a Cruce (Edith Stein)-Konvent und Herz Jesu-Konvent).

Der Orden Congregation of Mother of Carmel (CMC) wurde am 13. Februar 1866 in Koonammauv/Kerala vom Heiligen Kuriakose Elias Chavara (1805 – 1871) als erste Kongregation für Frauen in der syro-malabarischen Kirche gegründet. Mitgründer war Leopold Beccaro, ein unbeschuhter Karmelit. Aufgabe der neuen Kongregation war vor allem die Ausbildung von Mädchen und Frauen. Kuriakose Elias Chavara gründete auch den Männerorden der Carmelites of Mary Immaculate (CMI) und darf als Apostel der christlichen Erneuerung in Kerala und großer Sozialreformer Indiens gelten.

Infolge der Verselbständigung der syro-malabarischen Kirche im Jahre 1887 kam es 1890 zur Teilung der Kongregation. Die Schwestern des lateinischen Ritus bilden seitdem die Congregation of Theresian Carmelites (CTC).

Der Orden folgt der Karmeliten-Regel. Ihm gehören heute ca. 6.300 Schwestern und über 400 Kandidatinnen an. Die Kongregation organisiert sich unter einer Generaloberin in 20 Provinzen innerhalb von 6 Regionen und besitzt 654 Konvente in 21 Staaten bzw. 67 Diözesen.

Neben dem Heiligen Kuriakose Elias Chavara (1805 – 1871) hat der Orden eine weitere Heilige hervorgebracht, Mutter Euphrasia (1877 – 1952). Sie lebte ein heiligmäßiges Leben in klösterlicher Zurückgezogenheit.

Die Schwestern der Muttergottes vom Berg Karmel (CMC) verbinden in ihrer täglichen Arbeit Kontemplation und Aktion. Zu ihren sozialen Einrichtungen gehören Krankenhäuser, Palliativeinrichtungen, Altenheime, Behindertenheime und -werkstätten, Kindergärten, Grundschulen, weiterführende Schulen und eine Universität.

Vgl. www.cmcsisters.org

Schwestern der Anbetung des Allerheiligsten (SABS)

Fast 20 Schwestern dieser Gemeinschaft wirken seit 1990 im Senioren- und Pflegeheim St. Michael, welches der Caritasverband 2009 aus pfarrlicher Trägerschaft übernommen hat. Alle Ordensfrauen kommen aus der St. Thomas Province, Changanacherry/Kerala und wohnen in Nürnberg im separaten gelegenen St. Michael Adoration Convent.

Gegründet wurde die Kongregation der Sisters of the Adoration of the Blessed Sacrament (SABS) am 8.Dezember 1908 durch Philomina Vallayil (1880-1972), der späteren Mutter Mary Francesca de Chantal und Thomas Kurialcherry (1873-1925), dem ersten Bischof der syro-malabrischen Diözese Changanacherry. Beiden war die Anbetung und Verehrung der Hl. Eucharistie wichtig. Mit der Ordensgründung sollte außerdem Gleichheit, Frieden und Gerechtigkeit gefördert werden.

Der erste Konvent um Mutter Chantal und vier weiteren Schwestern wuchs sehr rasch. Heute umfasst die Kongregation ca. 5.000 Schwestern in 17 Provinzen, 5 Regionen und 561 Häusern und ist außer in Indien auch in Nepal, Afrika, den USA, Deutschland, Großbritannien, Italien, der Schweiz und in der Ukraine tätig.

Für Bischof Thomas Kurialacherry wurde 1983 das Seligsprechungsverfahren eingeleitet. Er gilt in Kerala als heiligmäßiger Mann. Die Pilgerströme zu seinem Grab bestätigen seine Volksnähe und die unveränderte Verehrung durch die Gläubigen.

Auch wenn den Verehrung Jesu in der heiligen Eucharistie zum zentralen Inhalt der Spiritualität des Ordens gehört, wirken die Schwestern überall auch im sozial-caritativen Bereich. So führt die Kongregation zahlreiche soziale Einrichtungen wie Altenheime, Krankenhäuser (auch für Naturheilverfahren), Behindertenheime sowie Bildungseinrichtungen und Kindergärten.

Vgl. www.sabsconcregation.org

Schwestern des Heiligen Joseph (SJC)

Der jüngste Frauenkonvent in Nürnberg ist der Konvent der Josephsschwestern. Vier Ordensfrauen haben mit März 2014 im Senioren- und Pflegeheim Stift St. Martin ihre Tätigkeit in der Pflege und Seelsorge aufgenommen.

Der indische Orden der St. Joseph-Schwestern wurde in Kaipuzah in der Erzdiözese Kottayam, Kerala von Pfarrer Thomas Poothathil gegründet. Der Priester hatte bereits zuvor Gelder aus dem Ausland eingeworben, um damit sein Anliegen, Frauen mit einer körperlichen Beeinträchtigung Schutz zu bieten, zu verwirklichen. So gründete er das St. Thomas Asylum in Kaipuzha. Mit dessen Eröffnung stellte sich schnell die Frage nach engagierten Mitarbeiterinnen, die sich der mehrfach behinderten Frauen annehmen würden. Daher bat er um die Erlaubnis, einen Frauenorden unter dem Patronat des Hl. Josef zu gründen. Der Orden wurde somit am 3. Juli 1928 mit der Unterstützung von Bischof Mar Alexander Choolapparambil ins Leben gerufen. Sr. Josephina wurde die erste Oberin der kleinen Gemeinschaft. Die Devise des Ordens ist „Liebe und Diene“.

Heute hat die Kongregation mehr als 60 Niederlassungen und 384 Mitglieder. Sie wirkt überwiegend in Indien. Die Schwestern dienen aber auch in verschiedenen Einrichtungen im Ausland, wie beispielsweise in Deggendorf, München, Rom und Turin. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in den Werken der Nächstenliebe: Hilfe für Mehrfachbehinderte, Senioren, körperlich und psychisch Kranke und vieles mehr.

Vgl. www.sjcktm.org

Exkurs: Die syro-malabarische Kirche in Kerala, Indien

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