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Aktuell

29.09.2019

Mehr Luft für Erfolgsmodell erforderlich – Aktionstag der Migrationsberatung

Es ist eine Erfolgsgeschichte: In Nürnberg blicken die Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt Bayrisches Rotes Kreuz, Caritas und Stadtmission auf rund 60 Jahre Erfahrung in der Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund zurück. Gegründet wurden die Beratungsstellen für osteuropäische Spätaussiedler und Gastarbeiter aus Südeuropa. Dies ist auch heute noch die Klientel, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Der Anteil an EU-Bürger beträgt mehr als 30 %, Tendenz steigend. Sie kommen aus Ländern mit schwächerer Wirtschaftskraft wie Bulgarien, Rumänien und Polen aber auch Griechenland und Spanien. Die anderen Ratsuchenden setzen sich aus Nicht-EU-Bürgern mit Aufenthaltsstatus, anerkannten Flüchtlingen sowie den Spätaussiedlern aus den GUS-Staaten zusammen.

Eine individuelle Einzelbetreuung ist die beste Voraussetzung für eine gelingende Integrationsarbeit, betonen die Fachleute aus der Migrationsberatung. Denn wo der Schuh drückt, ist bei jedem anders, das „selbstständige Laufen lernen“ kann sehr unterschiedlich ausfallen. Einig sind sich die Experten, dass in den wenigsten Fällen drei Jahre ausreichen, um wirklich in Deutschland anzukommen. Und dass mehr Personal auch noch mal deutlich mehr in der Integration erreicht, der Bedarf ist eindeutig vorhanden. Doch mit einem Eigenanteil von bis zu 20 % pro Stelle zuzüglich der Sachkosten wird es den Wohlfahrtsverbänden von den Bundesministerien schwer gemacht dieser Nachfrage nachzukommen. Auf ganz Nürnberg kommen so lediglich 38 Beraterinnen und Berater.
Die anwesende Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich versprach, diese Informationen nach Berlin weiterzutragen. Einwanderungsgesetz, Arbeitsduldung sind aktuell in der Diskussion, die genauso wichtige individuelle Beratung fällt da schnell hinten runter, so die Politikerin. Wichtig ist ihr, nicht die Fehler aus der Arbeitsmigration der 70er zu wiederholen, es geht nicht nur um Spracherwerb, wenn dieser auch wichtig ist. Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da müssen auch zukünftig noch einige Diskussionen geführt werden.

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