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Aktuell

31.01.2020

Sozialministerin Schreyer besucht die Wohnung „Riposo“ für von Gewalt betroffene Männer in Nürnberg

Die derzeitige Sozialministerin Kerstin Schreyer besuchte am Vormittag die neue Wohnung für von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Männer „Riposo“ des Caritasverbandes und stellte dann gemeinsam mit Caritasdirektor Schwarz das Projekt der Presse näher vor. Die Caritas unterhält bereits an verschiedenen Orten Einrichtungen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen. „Es ist mir ein Herzensanliegen, nun dazu beizutragen, dass auch schutzbedürftigen Männern geholfen werden kann. Unser Ziel ist es daher nicht nur Türen zu öffnen, sondern auch für das Thema  zu sensibilisieren. Männer, die aus einer gewaltgeprägten Beziehung ausbrechen wollen, brauchen unsere Unterstützung“, erklärte Caritasdirektor Michael Schwarz hierzu.
 „Rund ein Fünftel der Opfer häuslicher oder sexualisierter Gewalt sind Männer. Für sie gab es in Bayern bisher kaum Präventions-, Beratungs- und Schutzangebote. Mit der Schaffung dieser staatlich geförderten Wohnung mit Platz für zunächst drei Männer und ihre minderjährigen Kinder bieten wir den Betroffenen im wahrsten Sinne des Wortes einen Platz, um zur Ruhe zu kommen. ‚Riposo‘ ist italienisch und bedeutet Ruhe – ein treffender Name also“, so Kerstin Schreyer.
Das Thema „Männer als Opfer“ ist in der Gesellschaft eher ein Tabu-Thema und Betroffene tun sich extrem schwer Hilfe zu suchen, denn für sie ist die Hemmschwelle zu hoch um offen über dieses Problem mit Freunden oder auch Experten zu sprechen.
Matthias Becker,  Ansprechpartner für Männer der Stadt Nürnberg, fügte hinzu, dass Männer oft sehr lange alleine versuchen mit ihrer Situation klar zu kommen, unter anderem, weil es auch keine bzw. zu wenig entsprechende Angebote gäbe. Derzeit ist eine Unterbringung in einer Obdachlosen-Unterkunft die einzige Alternative für eine Zuflucht, was aber für Männer mit Kindern, die aus einer gewaltvollen Beziehung rausgehen möchten, kein haltbarer Zustand ist.
Auch wenn unsere Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen bereits viel Erfahrungen mit Gewaltopfern im Frauenhaus Hagar und im Haus für Frauen in Not sammeln konnten, wird sich beim Projekt „Riposo“ einiges anders verhalten, zumal es sich erwartungsgemäß oft vor allem um psychische Gewalt handeln wird. „Es wird sich zeigen, welche Männer sich an uns wenden und mit welchen Hilfen wir sie unterstützen können. Jedem Betroffenen wird individuell geholfen und mit ihm gemeinsam ein Weg in eine gewaltfreie Zukunft erarbeitet“, schloss Petra Zöttlein, Leiterin des Projekts „Riposo“.

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