In den letzten Jahren haben viele Menschen, die zuvor überwiegend in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete gelebt hatten, Wohnungen im Stadtteil bezogen. Doch Neuzugewanderte und geflüchtete Familien sind nach ihrer Ankunft mit vielfältigen Fragestellungen und Herausforderungen konfrontiert – etwa beim Deutschspracherwerb, bei der Anerkennung von Bildungsabschlüssen, bei der Integration in den Arbeitsmarkt sowie bei Fragen zur Kinderbetreuung. Oft sind die Wege zu vorhandenen Beratungsangeboten zu weit oder nicht bekannt und die vorhandenen sozialen Infrastrukturen vor Ort können den zusätzlichen Bedarf nicht vollständig abdecken.
Seit Februar wird daher im Kulturladen Röthenbach eine niedrigschwellige Integrations- und Sozialberatung angeboten. Diese Kooperation des AWO Kreisverbands Nürnberg e. V. und der Caritas Nürnberg richtet sich gezielt an Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Stadtteil Röthenbach. Ergänzt wird das Angebot zudem durch aufsuchende Beratung. Ziel ist es, Orientierung zu bieten, die gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und Integration im Stadtteil nachhaltig zu fördern. Der Bedarf hierfür wurde von den Einrichtungen vor Ort im Stadtteilarbeitskreis formuliert und hat somit den Prozess angestoßen.
Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales, hob bei der Eröffnung hervor: „Wir wollen, dass das Ankommen gut klappt! In vielfältigen Stadtteilen, besonders wenn in kurzer Zeit viele Menschen dazukommen, schafft ein niedrigschwelliges Beratungsangebot gesellschaftliche Teilhabe und macht das Zusammenleben in den Nachbarschaften besser: Wer sich gut auskennt, den Weg in die Kita, zum Deutschkurs, zu Behörden und zu weiteren Einrichtungen findet, fasst schneller Fuß und kann auch den eigenen Kindern Orientierung geben.“
„Mit einer Beratung vor Ort hoffen wir, die Teilhabe der Menschen mit Migrationsgeschichte zu verbessern und einen Beitrag für ein solidarisches Miteinander im Stadtteil Röthenbach zu leisten“, sagte Michael Schobelt, Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Nürnberg e.V.
Und Caritasdirektor Michael Schwarz betonte: „Ich begrüße die Initiative, Neuankömmlinge aus aller Welt bei ihrer Ankunft in Nürnberg zu unterstützen, damit Integration gelingt. Als Caritas bringen wir uns gerne mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Flüchtlings- und Asylberatung ein“.
Das Beratungsangebot wird durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren, für Sport und Integration sowie durch die Stadt Nürnberg, Referat für Jugend, Familie und Soziales, aus Mitteln des Integrationsfonds gefördert.