Welt-Suizidpräventionstag: Ein Gespräch kann Leben retten

Erfolgsmodell [U25] Online-Suizidprävention der Caritas Deutschland ist auch in Bayern präsent.

Die [U25] Online-Suizidprävention der Caritas Deutschland bietet jungen Menschen in Krisen seit 2001 eine niedrigschwellige, kostenlose und vertrauliche Online-Beratung. Dieses Unterstützungsangebot wird an bisher elf Standorten geleistet, im vergangenen Jahr wurden ca. 1.700 junge Menschen begleitet. Die beratenden ehrenamtlichen Peers werden von Hauptamtlichen ausgebildet und intensiv in ihrer Arbeit unterstützt. Die Vertretung in Bayern hat die Caritas Nürnberg im Jahr 2019 übernommen, die derzeit mit mehr als dreißig gleichaltrigen, ehrenamtlichen Beratern, sogenannten Peers, Teil dieser wichtigen Struktur sind.

Dazu Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: „Die Erfahrung zeigt, dass die seit fast 25 Jahren laufende Online-Suizidpräventionsberatung wirkt. Hier sprechen jugendliche Ratsuchende oft erstmalig über ihre inneren Nöte. Und diese Gespräche können Leben retten. Wir sind sehr froh, dass dieses lebenswichtige Angebot nun ausgebaut und gestärkt wird.“

Anlässlich des Weltsuizidpräventionstages 2025 möchte [U25] Nürnberg erneut auf das lebensrettende Angebot aufmerksam machen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, werden Passanten mittels eines großen Fotobanners dazu eingeladen, ein Selfie zu schießen und es mit dem Hashtag #dubistmirwichtig als Statement für mehr Zuhören und Zuneigung zu versenden. Denn das ist die wichtigste Botschaft des Projekts: Ein gutes Gespräch kann tatsächlich Leben retten. Elisa Stangl und Lina Böhm, beide Peer-Beraterinnen, sind sich einig, warum sie dieses Ehrenamt machen: „Junge Menschen in einer Krise brauchen ein offenes Ohr, ein Ernst-Nehmen und ein Da-Sein. Die Anonymität unserer Beratung hilft dabei, das Hemmnis, sich Rat zu holen, zu mindern. Ganz generell fällt es leichter, sich Gleichaltrigen zu öffnen. Mit unserem Einsatz möchten wir betroffenen Jugendlichen zeigen, dass sie wertgeschätzt und wichtig sind.“

Über das Angebot hinaus macht sich die Caritas bundesweit für die Suizidprävention stark. „Wir benötigen dringend ein Suizidpräventionsgesetz, das Menschen in Krisen einen niedrigschwelligen Zugang zu Hilfe gewährleistet. Das Gesetz muss zielgruppenspezifisch ausgestaltet werden – denn junge Menschen brauchen andere Zugänge als zum Beispiel Ältere“, so die Caritas-Präsidentin.